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Ideengeschichte

Überlegungen zum Witz – Exkurs 2: Sigmund Freud, der Witz und die Zensur des Unbewussten

Vorbemerkungen:

In meinem zweiten Exkurs zu den Überlegungen zum Witz (Blogpost vom Okt.2012) möchte ich nun auf den “Witz und seine Beziehung zum Unbewussten” im gleichnahmigen Buch von Sigmund Freud eingehen. Dieser beschreibt den Witz  als Mittel zum Lustgewinn, als Möglichkeit äußere gesellschaftliche, wie auch innere (Selbst-)Zensuren zu umgehen und so unterdrückte Emotionen und Aggressionen ausleben zu können. Mit dem erneuten Aufgreifen der Beziehung Witz und Zensur künpfe ich dabei zugleich auch immer wieder an den ersten Exkurs zum Witz im Werk von Heinerich Heine an.

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Überlegungen zum Witz – Exkurs 1: Witz und Satire als Mittel gegen die politische Zensur im Werk von Heinerich Heine

Vorbemerkungen:

Mit diesem Eintrag möchte ich an den Blogpost „Überlegungen zum Witz – Elemente einer Ideengeschichte“ anknüpfen. In zwei Exkursen sollen diese „Überlegungen“ um einige Ausführungen zum Witz in den Werk von Heinerich Heine und Sigmund Freud ergänzt werden. Im Zentrum dieser Exkurse sollen dabei (anders als im ersten Blogpost) weniger die zahlreichen semantischen Verschiebungen des Witzbegriffs, als seine Beziehung zu verschiedenen Formen der Zensur stehen. Es soll insbesondere gezeigt werden, in welcher Hinsicht dem Witz und seinen Formen und Techniken im 19. Jahrhundert und zu Beginn des 20 Jahrhunderts eine spezifische Funktion zugeschrieben wurde – nämlich die Funktion, Zensuren zu umgehen.

In diesem ersten Exkurs werde ich daher den Witz in Gestalt der Satire, in der Erzählung „Ideen. Das Buch Le Grand“ aus Heinerich Heines Reisebildern und dessen Verhältnis zur politischen Zensur in den Mittelpunkt stellen.

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Überlegungen zum “Witz” – Elemente einer Ideengeschichte

Begriff und Idee des Witzes sind historisch betrachtet einem vielfachen Bedeutungswandel unterworfen. Ihre Entwicklung lässt sich über die Literatur bis ins Altertum zu Aristoteles (384-322 v. Chr.) zurückverfolgen, dessen Schriften über die Rhetorik und die Poetik für das spätere Sprechen, Denken und Schreiben über den Witz sehr prägend und einflussreich gewesen sind. Für die heutige Zeit eher ungewohnt ist der Begriff des Witzes, im Altertum und auch noch lange darüber hinaus, nur eher lose mit dem Bereich des Humoristischen oder des Scherzhaften verbunden.[1] Er bezeichnet weder eine literarische Gattung noch eine bestimmte Textsorte, sondern vielmehr eine natürliche Begabung zur Scharfsinnigkeit (griech. euphyes, lat. ingenium), ein Talent die Ähnlichkeiten unterschiedlicher, weit auseinanderliegender Dinge zu erkennen und geistreich und anschaulich in Worte fassen zu können. Als zentrale Techniken des Witzes werden folglich das Gleichnis, die Metapher und die Analogie genannt.[2] So wird in einem Beispiel aus der Poetik eine Trinkschale als „Schild des Dionysos“ beschreibbar, in dem sie als Symbol des Weingottes mit dem Schild als Symbol des Kriegsgottes Ares vergleichen wird.[3]

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